Ansätze für Kinderschutz bei Smartphones

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Smartphones und Tablets üben auf Kinder eine große Faszination aus. Sie eröffnen das Fenster in eine neue digitale Welt und bieten viele Möglichkeiten für Spiel, Lernen und Kommunikation.

Leider sind nicht all diese neuen Inhalte und Apps für Kinder geeignet. Auch eine übermäßige Nutzung der Geräte durch die Kinder bereitet manchen Eltern Sorgen.

Folgenden Methoden können Ihnen dabei helfen, Ihre Kinder an die angemessene Nutzung des eigenen Smartphones oder Tablets heranzuführen.

Methode 1: Bei der Smartphone-Benutzung neben Ihrem Kind sitzen

Die naheliegendste Methode, mit der Sie Ihr Kind bei der Nutzung des eigenen Smartphones anleiten können, ist es, wenn Sie dabei sind, wenn Ihr Kind das Smartphone nutzt.

Auf diese Art können Sie beobachten, wie Ihr Kind mit dem Gerät umgeht, und gleichzeitig Hilfestellungen zur Bedienung geben. Außerdem sehen Sie alle Inhalte, die Ihr Kind sieht, und können mit dem Kind darüber sprechen, warum es gewisse Apps oder Inhalte gut findet. Falls unangemessene Inhalte auf dem Bildschirm angezeigt werden oder Ihr Kind Apps nutzen will, für die es noch nicht alt genug ist (siehe App Check), können Sie gleich eingreifen und mit Ihrem Kind darüber reden.

Der zeitliche Aufwand, immer neben dem Kind zu sitzen, wenn es das Smartphone oder Tablet benutzen will, ist natürlich hoch. Auf Dauer ist diese Methode deshalb schwer anwendbar. Auch wenn Sie Ihrem Kind das Handy mitgeben wollen, z.B. damit es auf dem Schulweg erreichbar ist, sind alternative Maßnahmen nötig.

Positiv:

  • Sie können Ihr Kind direkt begleiten und entscheiden, was erlaubt ist
  • Sie sehen die bevorzugten Apps und Inhalte und lernen, wie Ihr Kind diese nutzt und was es daran mag

Negativ:

  • hoher zeitlicher Aufwand
  • nicht praktikabel, wenn Ihr Kind sein Gerät unterwegs nutzen dürfen soll
  • für das Kind unter Umständen unangenehm, dauernd beobachtet zu sein

Methode 2: Den Internet-Zugang für das Kinder-Smartphone einschränken

Falls Sie sich über die ungeschützte Nutzung des Internets Sorgen machen, können Sie die Datennutzung außerhalb des eigenen WLANs unterbinden und ggf. auf dem eigenen WLAN-Router Zugangsbeschränkungen einrichten. Der WLAN-Router ist bei den meisten Familien das Gerät, das sie von ihrem Netzbetreiber für den Internet-Anschluss erhalten haben, z.B. eine Fritz!box 7390, für die die Kindersicherungseinstellungen hier beschrieben sind.

So können Eltern im heimischen WLAN für das Kinder-Smartphone oder Kinder-Tablet gewisse Internet-Seiten erlauben oder verbieten. Außerdem lassen sich bei einigen WLAN-Routern erlaubte Uhrzeiten sowie ein Zeitbudget für die Internet-Nutzung einstellen. Die Durchsetzung dieser Regeln erfolgt durch den WLAN-Router, so dass die Eltern nicht immer dabei sein müssen, wenn das Kind sein Smartphone oder Tablet nutzt.

Leider hat diese Herangehensweise auch ihre Grenzen: Zum einen betreffen die Regeln nur den Internetzugang, nicht aber die Nutzung von Apps, zum anderen können sie nur im heimischen WLAN durchgesetzt werden.

Wenn Ihr Kind für das Smartphone einen Datentarif hat, der die Internet-Nutzung über das Mobilfunknetz erlaubt, dann ist das heimische WLAN zum Surfen nicht notwendig. Das Gleiche gilt für den Fall, dass das Kind das eigene Smartphone mit einem anderen Netz (z.B. bei einem Freund) oder mit einem öffentlichen WLAN verbindet.

Auch bei der Nutzung von Apps bietet diese Methode keinen umfassenden Schutz. Trotz Netzeinschränkungen und Zeitregelung können viele Apps (z.B. Spiele) ohne Internet-Verbindung unbegrenzt weitergenutzt werden. Um zu verhindern, dass Ihr Kind das Gerät übermäßig lange nutzt, müssen Sie es ihm möglicherweise doch noch aus der Hand nehmen.

Wegen ihrer Einschränkungen wird diese Methode (allein) vermutlich für die meisten Familien unzureichend sein.

Vorteile:

  • erlaubt Internetnutzung zu Hause, ohne dass die Eltern daneben sitzen müssen
  • viele Familien besitzen bereits einen WLAN-Router, der diese Funktionalität mitbringt

Nachteile:

  • Beschränkung auf geeignete Inhalte nur im eigenen WLAN
  • kein Einfluss auf die App-Nutzung ohne Internet

Methode 3: Nutzung vorhandener Einschränkungsmöglichkeiten auf dem Kindersmartphone

Einige Smartphones und Tablets bringen bereits Funktionen mit, mit deren Hilfe Sie die Nutzung für Kinder beschränken können. Der Umfang der Einstellmöglichkeiten ist dabei abhängig vom Typ des Smartphones.

Bei Android™-Geräten beziehen sich die Beschränkungen im Wesentlichen auf das Erlauben bestimmter Apps. Bei iOS® sind die Einstellmöglichkeiten etwas umfangreicher und umfassen auch Inhalte.

Vorteile:

  • Einschränkungsmöglichkeiten bei manchen Smartphones bereits ohne Aufpreis integriert
  • ermöglichen Kindern die Smartphonenutzung, ohne dass die Eltern daneben sitzen müssen

Nachteile:

  • die Funktionen sind nicht auf allen Geräten verfügbar
  • Sie müssen Ihrem Kind das Gerät aus der Hand nehmen, wenn Sie Einstellungen verändern wollen

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über einige dieser Funktionen bei Smartphones und Tablets mit Android™ und iOS® von Apple.

Android: Apps anheften mit Bildschirmfixierung

Eine einfache Funktion, mit der Sie die Benutzung auf eine bestimmte App beschränken können, heißt Bildschirmfixierung. Wenn diese Funktion aktiv ist, kann Ihr Kind nicht von der aktiven App zu einer anderen App wechseln.

So richten Sie die Bildschirmfixierung ein

Android: Ein Kinderkonto mit Einschränkungen anlegen

Für bestimmte Android™-Geräte besteht die Möglichkeit, ein Benutzerkonto für Ihr Kind einzurichten, bei dem gewisse Funktionen eingeschränkt sind.

Für Geräte von Samsung, sowie die Nexus- oder Pixel- Tablets von Google gibt es umfangreichere Einstellmöglichkeiten, mit denen Sie z.B. festlegen können, welche Apps erlaubt sind.

Ihr Kind nutzt das Gerät in diesem Fall mit dem eingeschränkten Kinderkonto; wenn Sie die Einstellungen verändern wollen, wechseln Sie ins passwortgeschützte Standard-Nutzerkonto.

So richten Sie das Gastkonto für Ihr Kind ein

iOS: Einschränkungen auf dem Kinder-iPhone anlegen

Für das iPhone® und das iPad® von Apple können Sie die erlaubten Funktionen und Inhalte auf dem Kinder-Smartphone über das Einstellungsmenü Einschränkungen festlegen.

So richten Sie die Einschränkungen für Ihr Kind ein

Methode 4: Einschränkung von Diensten, die auf dem Kindersmartphone verfügbar sind

Apps und Dienste sind ein wesentlicher Grund, weshalb Smartphones so praktisch sind. In manchen Fällen sind nicht alle Funktionen oder Inhalte der Apps (z.B. YouTube) für Kinder geeignet, man möchte die sinnvolle Nutzung der Apps aber nicht generell verbieten.

Glücklicherweise bieten einige Apps und Dienste Einstellungen, mit denen man die Nutzung oder Inhalte beschränken kann.

Diese Methode ist eine Ergänzung zu den oben erwähnten Methoden.

Vorteile:

  • manche Dienste bieten bereits Kinderschutzeinstellungen, die man lediglich aktivieren muss

Nachteile:

  • die Wirksamkeit der Einstellungen ist zum Teil nicht sehr hoch bzw. nur auf gewisse Nutzungsarten beschränkt. Wenn ein Dienst in der App nicht erlaubt ist, dann heißt das nicht automatisch, dass der Dienst auch im Browser nicht erlaubt ist.
  • die Anpassbarkeit an das Alter des Kindes lässt zu wünschen übrig. Oft sind Altersstufen entweder zu grob oder zu fein bzw. die Regeln intransparent.

Hier finden Sie mehr Information zu Apps und Diensten

Methode 5: Sicherung des Kinder-Smartphones mit Apps

Es gibt eine Reihe sogenannter Parental Control Apps, die damit werben, dass Sie Schutzfunktionen und Nutzungsregeln auf dem Kindersmartphone durchsetzen. Sowohl für Android (ab Version 7.0), als auch für iOS (ab Version 12) bieten die Hersteller Google und Apple nun kostenlos derartige Dienste an. Entsprechende Apps von Drittanbietern, die bereits seit längerem solche Dienste anbieten, sind in der Regel kostenpflichtig.

Vorteile

  • Sie bieten umfangreiche Kontrollmöglichkeiten, die bequem vom Eltern-Handy aus eingestellt werden können.
  • Zuverlässige und bedienungsfreundliche Apps gibt es inzwischen kostenlos vom Betriebssystemhersteller.

Nachteile

  • Kinder empfinden die Kontrollmöglichkeiten unter Umständen als Verletzung der Privatsphäre. Es ist daher empfehlenswert, Nutzungsregeln und Änderungen ausführlich mit dem Kind vorab zu besprechen oder gemeinsam zu erarbeiten.

Hier finden Sie weitere Information zum Dienst Google Family Link für Android Geräte. Für Geräte mit iOS werden die Regeln über die Funktion Familienfreigabe eingestellt, wie auf der Hilfeseite von Apple zur Familienfreigabe beschrieben ist.